Empowerment zur Wohlfartspflege


Das Projekt

Empowerment zur Wohlfahrtspflege

Die freie Wohlfahrt stellt einen bedeutenden Pfeiler der sozialen Sicherung in Deutschland dar. Wohlfahrtsverbände sind gemeinnützige Organisationen und handeln nach humanitären, religiösen oder politischen Überzeugungen und betreiben etwa drei Viertel aller sozialen Dienstleistungen in Deutschland.

Durch die zunehmende Dynamik gesellschaftlicher Veränderungsprozesse wie Säkularisierung und Pluralisierung steht die Wohlfahrtspflege zunehmend unter Veränderungsdruck. In Deutschland leben mittlerweile zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Muslime. Sie machen damit ca. 6,4 % bis 6,7 % der Bevölkerung aus. Knapp eine Millionen davon machen alleine die geflüchteten Menschen aus, die in den letzten Jahren aus zumeist muslimisch geprägten Staaten nach Deutschland gekommen sind. 

Damit haben sich auch die Anforderungen an die freie Wohlfahrt im Hinblick auf religions- und kultursensible Wohlfahrtspflege verändert, und der Bedarf an religions- und kultursensiblen Leistungen der Wohlfahrtspflege für Muslime wächst. Genau wie Menschen christlichen und jüdischen Glaubens haben Menschen muslimischen Glaubens – oder mit Migrationshintergrund aus vorwiegend muslimisch geprägten Ländern – religions- und kulturspezifische Bedürfnisse und Anforderungen an soziale Dienstleistungen. 

Mit dem Schwerpunkt „Muslimische Wohlfahrtspflege“ in der DIK hat die gesellschaftliche und politische Diskussion um kultur- und religionssensible Leistungen der Wohlfahrtspflege für Menschen muslimischen Glaubens an Dynamik gewonnen. Gefördert wird das Projekt "Empowerment zur Wohlfahrtspflege mit den Verbänden der Deutschen Islamkonferenz" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Inhalte

Zur Verwirklichung dieses Zieles werden die projektbeteiligten Verbände, ihre Mitgliedergemeinden sowie weitere interessierte Träger an religions- und kultursensiblen Leistungen der Wohlfahrtspflege mit Informationen und Beratung unterstützt. Hierzu werden u.a. Anforderungen an die Leistungen, Voraussetzungen für Antragsstellungen und Kriterien für die Anerkennung als freier Träger der Wohlfahrtspflege zielgruppengerecht aufbereitet und vermittelt. Zudem werden die damit verbundenen Finanzierungsmöglichkeiten auf Grundlage der Sozialgesetzbücher und Möglichkeiten der Drittmittelfinanzierung aufgezeigt, um den interessierten Akteuren den Zugang zur partizipativen Teilhabe zu ermöglichen. Dies wird durch folgende unterschiedliche Projektbausteine realisiert:

  • Qualifizierung
  • Praxisberatung
  • Vernetzung und Kooperation
  • Wissenschaftliche Begleitforschung

Gremien

Das Projekt wird von zwei unterschiedlichen Gremien begleitet. Einerseits durch einen wissenschaftlichen Beirat und andererseits mit einer Steuerungsgruppe:

Für den Projektbeirat konnten unterschiedliche Akteure gewonnen werden. Dieser Beirat setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der DIK-Verbände, der an der DIK beteiligten Bundesministerien, der Bundesländer und Kommunen, der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Der Beirat diskutiert die Arbeitsergebnisse, berät über strategische Schwerpunkte und trifft Grundsatzentscheidungen. Darüber hinaus obliegt dem Beirat die politische und öffentliche Kommunikation der Arbeitsergebnisse. Die Empfehlungen des Projektbeirates werden in Steuerungsgruppentreffen vertieft behandelt.  

Die Steuerungsgruppe wurde zur operativen Koordination und Umsetzung des Projekts im Jahr 2017 auf Arbeitsebene ins Leben gerufen worden. Sie lenkt das Projekt durch die aktive Einbindung der Projektbeteiligten. Insbesondere die konkrete Behandlung und Diskussion der Empfehlungen aus dem Projektbeirat werden konstruktiv aufgearbeitet. Ebenso werden Anliegen der Steuerungsgruppe aus der Praxis heraus an den Beirat formuliert, womit eine stetige Rückschleife zwischen den Gremien gewährleistet ist. In der Steuerungsgruppe sind vertreten: das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS), das Islamische Kompetenzzentrum für Wohlfahrtswesen e.V. (IKW) und ihre Mitgliedsverbände, die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. (TGD) die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland KdöR (AMJ) sowie die Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. (AABF).

Als zentrale Handlungsfelder sind definiert:

Information und Beratung

Information und Beratung der Projektbeteiligten über die Strukturen der Wohlfahrtspflege sowie über Förderungen, Leistungen und Angebote

Kooperation und Teilhabe

Kooperation und Vernetzung zu den bestehenden Strukturen und Netzwerken der Wohlfahrtspflege

Qualifizierung und Professionalisierung

Qualifizierung und Professionalisierung von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Personal 

Fachliche Begleitung durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS)

Das Projekt wird vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) e.V. fachlich begleitet. Im Vordergrund der Projektförderung stehen unter anderem Qualifizierungs- und Professionalisierungsmaßnahmen sowie Informationsvermittlungen über Förderungen, Leistungen, Angebote, Funktionsweise und Strukturen der Wohlfahrtspflege